Lanchester-Maschinenpistole

Lanchester-Maschinenpistole
Allgemeine Information
Zivile Bezeichnung Lanchester-MPi
Militärische Bezeichnung Machine Carbine, 9mm Lanchester Mk I/I*
Einsatzland Großbritannien
Entwickler/Hersteller George Herbert Lanchester,
Sterling Armament Company, Dagenham
Produktionszeit 1940 bis 1942
Modellvarianten Mk I, Mk I*
Waffenkategorie Maschinenpistole
Ausstattung
Gesamtlänge 850 mm
Gewicht (ungeladen) 4,3 kg
Lauflänge 203 mm
Technische Daten
Kaliber 9 mm Parabellum
Mögliche Magazinfüllungen 50 Patronen
Munitionszufuhr Stangenmagazin
Kadenz 600 Schuss/min
Feuerarten Einzel-/Dauerfeuer (Mk I),
nur Dauerfeuer (Mk I*)
Anzahl Züge 6
Drall rechts
Verschluss Masseverschluss
Ladeprinzip Rückstoßlader
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Die Lanchester-Maschinenpistole war eine britische Infanteriewaffe aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Geschichte

Im Vorfeld des Krieges stand das britische Militär Maschinenpistolen ablehnend gegenüber. Obwohl diese sich auf deutscher Seite in den Grabenkämpfen des Ersten Weltkrieges bewährt hatten, sah man im Vereinigten Königreich keine Veranlassung, selbst solche Waffen einzuführen. Die Skepsis wich jedoch mit Kriegsbeginn. Nach der Evakuierung der britischen Expeditionstruppen aus Dünkirchen galt es, die erlittenen Materialverluste wettzumachen. In aller Eile entwickelte man auf der Basis der deutschen Maschinenpistole des Typs MP 28 die Lanchester-MPi. Der Mechanismus war praktisch baugleich mit dem Original; die Magazine wurden wie dort von links eingesetzt, die hölzerne Schäftung entsprach jedoch der des Lee-Enfield-Gewehres. Die Messerbajonette des Lee-Enfield konnten ebenso aufgepflanzt werden.

Die Lanchester war durchaus robust, aber auch sehr schwer. Die Fertigung war kostspielig und erforderte aufwändige Frästechniken, der Magazinschacht bestand gar aus massivem Messing. Deshalb wurde die Produktion auch bald zugunsten der MPi Sten eingestellt, die sich ungleich rationeller produzieren ließ. Die Anzahl der gebauten Exemplare ist nicht gesichert, wird aber 50.000 Stück nicht überstiegen haben. Der ursprüngliche Auftrag zum Bau der Maschinenpistole ging von der Royal Air Force aus, die damit rückwärtige Dienste und Wachsoldaten ausrüsten wollte. Letztendlich wurde sie aber nur an Truppen der Royal Navy ausgegeben und fand nur wenig Einsatz im Gefecht. Die letzten Lanchesters im Dienst wurden 1960 ausgemustert.


V
Infanteriewaffen des Britischen Commonwealth im Zweiten Weltkrieg und in Korea
Seitenwaffen

Webley-Revolver • Revolver Enfield No. 2 Mark 1 • FN Browning HP • Colt M1911 (US) • Smith & Wesson Model 10 (US) • Welrod

Maschinenpistolen

Sten Gun • Lanchester-Maschinenpistole • Sterling-Maschinenpistole • Austen-Maschinenpistole • Owen-Maschinenpistole (AUS) • BSA Welgun • Thompson (US)

Gewehre

Lee-EnfieldPattern 1914 RifleDe-Lisle-KarabinerRoss-Gewehr (Kanada) • Charlton Automatic Rifle

Maschinengewehre

Besa-Maschinengewehr • Bren-Maschinengewehr • Lewis GunVickers-BerthierVickers KVickers-Maschinengewehr

Panzerabwehrwaffen, Mörser, Flammenwerfer

PIATPanzerbüchse Boys • SBML 2-inch Mörser • ML 3-inch Mörser • ML 4,2-inch Mörser • Flammenwerfer No. 2

Handgranaten

Mills-Granate • No. 69 Granate • No. 73 "Thermos" Granate • No. 75 "Hawkins" Granate

Home Guard Sonderausrüstung

Blacker Bombard • No. 74 "Sticky Bomb" • No. 76 "SIP" Granate • Smith GunNorthover Projector • Spigot gun