Goldener Henkel

Goldener Henkel (Montes Jura)
Lage des Goldenen Henkels (Montes Jura)
Goldener Henkel (Montes Jura) (Mond Äquatorregion)
Goldener Henkel (Montes Jura) (Mond Äquatorregion)
Position 44° N, 36° WMoon44-36Koordinaten: 44° 0′ 0″ N, 36° 0′ 0″ W
Benannt nach Gold / Henkel

Der Goldene Henkel bezeichnet einen visuellen Effekt an der Tag-Nacht-Grenze des zunehmenden Mondes. Der entsprechende englischsprachige Begriff „Golden Handle“ wurde spätestens seit dem Jahr 2000 verwendet.[1]

Bei einem Mondalter von knapp 10 bis gut 11 Tagen nach Neumond liegt das Tal der Regenbogenbucht (Sinus Iridum) im Regenmeer (Mare Imbrium) noch im Schatten, während die Gipfel der über 400 Kilometer langen Bergkette des angrenzenden Juragebirges (Montes Jura) aufgrund ihrer Höhe von bis zu 2700 Metern bereits vom Sonnenlicht erreicht werden. Wegen ihrer prägnanten, an einen Henkel erinnernden Form und des vom Mond gelblich reflektierten Lichts erhielt diese Formation den Namen „Goldener Henkel“.[2][3] Die selenografische Colongitude beträgt während der Sichtbarkeit ungefähr 33 bis 35 Bogengrad, der Phasenwinkel des Terminators zwischen 70 und 80 Bogengrad. Die Schwankungen dieser Winkel sowie des Mondalters ergeben sich je nach gegebenem Librationswinkel des Mondes.

Der Goldene Henkel ist einmal monatlich für einige Stunden mit kleinen Ferngläsern und Feldstechern gut erkennbar und kann mit Kameras mit Teleobjektiv fotografiert werden.[3]

  • Goldener Henkel
  • 6. Februar 2017, 22:27 MEZ (UTC+1), Mondalter = 10,3 Tage, Phasenwinkel = 79°, Colongitude = 35,1°
    6. Februar 2017, 22:27 MEZ (UTC+1), Mondalter = 10,3 Tage, Phasenwinkel = 79°, Colongitude = 35,1°
  • 9. Juni 2022 22:25 MESZ (UTC+2), Mondalter = 9,6 Tage, Phasenwinkel = 73°, Colongitude = 34,7°
    9. Juni 2022 22:25 MESZ (UTC+2), Mondalter = 9,6 Tage, Phasenwinkel = 73°, Colongitude = 34,7°
  • Mit beschrifteten Mondstrukturen in der sichtbaren Umgebung: Das Mare Imbrium mit dem Sinus Iridum ist von vier Gebirgen umrandet (grün, im Uhrzeigersinn von links oben): Montes Jura, Montes Alpes, Montes Apenninus, Montes Carpatus Die weiteren Krater (orangefarben) von oben nach unten: Philolaus, Aristoteles, Plato, Eudoxus, Aristillus, Autolycus, Archimedes, Timocharis, Lambert, Euler, Pytheas, Eratosthenes, Copernicus, Reinhold, Lansberg Die drei großen zum Mare Imbrium benachbarten Meere (blau): Mare Frigoris, Mare Serenitatis, Mare Vaporum
    Mit beschrifteten Mondstrukturen in der sichtbaren Umgebung:
    Das Mare Imbrium mit dem Sinus Iridum ist von vier Gebirgen umrandet (grün, im Uhrzeigersinn von links oben): Montes Jura, Montes Alpes, Montes Apenninus, Montes Carpatus
    Die weiteren Krater (orangefarben) von oben nach unten: Philolaus, Aristoteles, Plato, Eudoxus, Aristillus, Autolycus, Archimedes, Timocharis, Lambert, Euler, Pytheas, Eratosthenes, Copernicus, Reinhold, Lansberg
    Die drei großen zum Mare Imbrium benachbarten Meere (blau): Mare Frigoris, Mare Serenitatis, Mare Vaporum

Weblinks

Commons: Golden handle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Der goldene Henkel am Mond. Private Website von Ingo Küttner („Astronomie erleben“)
  • Mond am 17. April: Goldener Henkel lockt! Website 'Abenteuer Astronomie'
  • Goldener Henkel am zunehmenden Mond Privates Blog von Artur Schmitt („Wetterphänomene, Astro- und Naturfotografie“)

Einzelnachweise

  1. Gerald North, Professor Gerald North: Observing the Moon: The Modern Astronomer's Guide. Cambridge University Press, 2000, ISBN 978-0-521-62274-5 (google.com [abgerufen am 11. Juni 2022]). 
  2. Neuigkeiten. Abgerufen am 10. Juni 2022. 
  3. a b Der "Goldene Henkel" auf der Mondoberfläche - Der-Mond.de. Abgerufen am 4. September 2022.